ʿIṣma (Unfehlbarkeit) der Propheten im islamischen Kontext
Muhammad AlMosayar

ʿIṣma (Unfehlbarkeit) der Propheten im islamischen Kontext

Das arabische Wort „ʿIṣma“ ist vom arabischen Verb „ʿaṣama“ abgeleitet und bedeutet im sprachlichen Gebrauch, wie es im lisān l-ʿarab Wörterbuch vorkam, „manaʿa“, also verhindern, verhüten, abhalten, schützen, immunisieren, usw. Diese Bedeutungen finden wir auch an verschiedenen Stellen im Koran wie etwa in Sure 3: 103 und Sure 11: 43. Die ʿIṣma also Unfehlbarkeit oder Sündlosigkeit gilt als eine Bedingung für die Propheten sowohl bei Sunniten als auch bei Schiiten, auch wenn die beiden Parteien unterschiedliche Vorstellungen davon haben, wie es im Folgenden dargelegt wird.

Im fachspezifischen Sinn findet man für al-ʿIṣma also Unfehlbarkeit bei den klassischen sunnitischen Gelehrten keine bestimmte Definition, sie haben darüber nur im Allgemeinen gesprochen. Erst bei den späteren Gelehrten findet man eine bestimmte Definition. Zu den ersten Gelehrten, die über die Definition von al-ʿIṣma sprachen, gehört ar-Rāġib al-Aṣfahānī (gest. 502 n. H./ 1108 n. Chr.). Dies bedeutet, dass man bis jener Zeit nur generell darüber gesprochen hat. Al-Aṣfahānī meint in seinem Buch Al-Mufradāt fī Ġarīb al-Koran, dass die Propheten von Allah geschützt sind, weil Er ihnen bestimmte Eigenschaften gab. Dazu gehört, dass Er ihren Geist läuterte und ihnen gute körperliche Eigenschaften und seelische Tugenden gewährte. Für al-ʿIṣma gibt es unter den Sunniten verschiedene Ansichten. Es bedeutet bei einigen von ihnen, wie es Aǧ-Ǧurǧānī, in seinem Buch At-Taʿrīfāt erklärt, die Fähigkeit, die Sünden zu vermeiden, auch wenn man die Macht bzw. die Möglichkeit hat, Sünden begehen zu können. Diese Bedeutung erklärt allerdings nicht, wer diese Unfehlbarkeit in diesem Sinn genießt, sondern gibt nur die semantische Bedeutung wieder. Es gibt jedoch auch Definitionen, die den Begriff detaillierter erklären, z. B. ist es:

Ein wohlwollendes Gewähren Allahs des Erhabenen, das den Propheten dazu führt, Gutes zu wirken und ihn vom Bösen abhält, obwohl ihm die Wahlmöglichkeit dafür bleibt, und zwar in Verwirklichung der Heimsuchung.

Wenn die Sunniten al-ʿIṣma definieren, beschränken sie es meistens auf eine die Propheten betreffende Definition, wie es oben der Fall ist.

Im folgenden Artikel wird ausführlicher über ʿIṣma gesprochen, und wie wurde sie im Koran und Sunna des Propheten Mohammed, Allah segne ihn und schenke ihm Heil, beschrieben.

Previous Article Einer der problematischen Hadithe.. „Frau bringt immer Unglück“
Next Article Spiritualität im Gebet
Print
154 Rate this article:
No rating

Please login or register to post comments.

x