Ein koranisches Prinzip gegen Rassismus: „Damit ihr einander Kennenlernt“

Dr. Mohammed Alawady

  • | Wednesday, 25 January, 2023
Ein koranisches Prinzip gegen Rassismus: „Damit ihr einander Kennenlernt“

     Es ist nicht zu leugnen, dass „Hassrede“ eine der gefährlichsten sozialen Krankheiten ist und dass sie sich nicht auf eine bestimmte Strömung beschränkt. Angesichts der zunehmenden Beschäftigung mit radikalbasierten Konzepten ist "Hassrede" zu einem Phänomen auf internationale Ebene geworden, das bekämpft und beseitigt werden muss, weil es das Recht der Menschen auf Respekt, Ehre und Leben verletzt. 
Es gibt keine einheitliche Definition für „Hassrede“, aber man kann von verschiedenen Quellen verstehen, dass es sich um einen Begriff handelt, der sich auf beleidigende Äußerungen gegen eine Gruppe oder Person aufgrund bestimmter Merkmale wie Rasse, Religion oder Geschlecht bezieht. Diese beleidigenden Äußerungen zielen darauf ab, jene Person bzw. jene Gruppe abzuwerten. Deswegen gelten diese Äußerungen als klare Drohung für die Ordnung der Gesellschaft. Obwohl es sich um ein soziales Konzept handelt, besteht es dabei eine enge Verbindung zum Radikalismus, da radikale Gruppen in ihren Reden zu Hass und Feindseligkeit anstiften. Die Religion kann jedoch zur Bekämpfung von Hassreden eingesetzt werden, vorausgesetzt, man nimmt ein aufrichtiges Religionsverständnis an. 
Allah, erhaben ist Er, sagt: „O die ihr glaubt, die einen sollen nicht über die anderen spotten, vielleicht sind eben diese besser als sie. Auch sollen nicht Frauen über andere Frauen (spotten), vielleicht sind eben diese besser als sie. Und beleidigt euch nicht gegenseitig durch Gesten und bewerft euch nicht gegenseitig mit (hässlichen) Beinamen. Wie schlimm ist die Bezeichnung "Frevel" nach (der Bezeichnung) "Glaube"! Und wer nicht bereut, das sind die Ungerechten.“ (Sure 49: 11).
Der Koran erklärt, dass der Unterschied unter Menschen in Rasse, Hautfarbe oder Religion ein Grund zum wechselseitigen Kennenlernen und nicht zum Streit sein soll, so sagt Allah der Allmächtige: 
„O ihr Menschen, Wir haben euch ja von einem männlichen und einem weiblichen Wesen erschaffen, und Wir haben euch zu Völkern und Stämmen gemacht, damit ihr einander kennenlernt. Gewiss, der Geehrteste von euch bei Allah ist der Gottesfürchtigste von euch. Gewiss, Allah ist Allwissend und Allkundig.“ (Sure 49:13).
Damit setzt der Koran den Rahmen für die menschlichen Beziehungen, die auf Respekt und Brüderlichkeit beruhen sollen. Diese oben genannten Verse sind ein Appell, die Wurzeln des Hasses zu bekämpfen. Er legt die Grundlagen für die Beziehungen der Menschen in dieser Welt: ihre Beziehung zu Allah und ihre Beziehung untereinander. Die Grundlage der Beziehung zu Allah ist die Gottesfürchtigkeit, und die Grundlage der Beziehung unter Menschen ist das Konzept des "Kennenlernens". Wenn man sich vor Augen hält, dass der Koran vor mehr als 1400 Jahren offenbart wurde, zeigt dies deutlich, wie sehr der Islam darauf bedacht ist, ein neues soziales Konzept zu schaffen, das die menschlichen Beziehungen in unserem Weltall regeln würde. Dieses koranische Prinzip beruht auf der Tatsache, dass alle Menschen wie Geschwister sind, da sie von demselben Vater und derselben Mutter abstammen, wie es in dem oben erwähnten Vers heißt, und dass es daher keinen Hass zwischen ihnen geben sollte. Durch dieses Konzept impliziert der Islam eine ausgewogene Beziehung zwischen Religion und gesellschaftlichem Leben, ein Zeichen dafür, dass der Islam zur Verwirklichung von Stabilität und zur Schaffung solidarischer Gemeinschaften abzielt. 

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