Der schwarze Juli...Muslime meistens betroffen

  • Thursday, 8 September 2016
Der schwarze Juli...Muslime meistens betroffen

Die Terrorgruppen haben keine Mühe gespart, diesen Monat zu einem der blutigsten Monate des Jahres zu machen. Am ersten Tag des Monates hat der IS einen islamischen Staat angegriffen, nämlich Bangladesch. Dabei haben diese Terroristen Geiseln entführt und ums Leben gebracht. Später, wenige Tage vor dem Ramadan-Fest, ließ der IS ein Einkaufszentrum in dem Al-Karada Viertel in der irakischen Hauptstadt Bagdad in die Luft sprengen; dabei kamen Hunderte ums Leben. Sie haben sogar versucht, in der Nähe der Prophetenmoschee in Medina (Saudi Arabien) eine Bombe zu zünden. Auf der ägyptischen Halbinsel Sinai haben sie einen koptischen Mönch ermordet.
Der lange Arm des IS streckte sich nach Europa und in Frankreich, wo 84 Menschen ums Leben kamen, als ein Lkw eine Menge Menschen raste. Danach haben zwei Männer Geiseln in einer französischen Kirche entführt und einen 84 Jahre alt Priester erstachen. In Deutschland hat ein 17 jähriger afghanischer Asylbewerber Zugspassagiere mit Axt und Messer angegriffen, mehrere wurden verletzt. Ein anderer Asylbewerber hat versucht, sich in die Luft vor einem Konzert in der bayrischer Ansbach zu sprengen. Der rechtsextreme Terror war in diesem Monat auch aktiv. Ein deutscher Junge iranischer Herkunft hat einen Amoklauf in einem münchner Einkaufszentrum begangen. Er hat ein Facebookprofil im Namen eines Mädchens verfälscht und mehrere Jugendliche mit Migrationshintergrund eingeladen, ins Einkaufszentrum zu kommen. Dort schieß er einfach in die Menschenmenge um sich. Er hat 9 Menschen - darunter 6 Muslime ums Leben gebracht und dann sich selbst getötet. Anzahl der Opfer der Terrorangriffe in diesem Monat beträgt mehr als 600 Tote, darunter auch einige der Täter, die sich selbst in manchen Fällen in die Luft gesprungen haben.
Wenn man diese Ereignisse in Betracht nimmt, bemerkt man, dass dabei Muslime am meisten betroffen waren. Die Mehrheit dieser Terroranschläge wurde leider von Muslimen begangen, die von diesen Terrororganisationen mit dem Ziel verführt wurden, ihre Glaubensbrüder ohne jegliche religiöse, ethische oder logische Begründung ums Leben zu bringen. Man wird auch sehen, wie diese Terrorgruppen sowohl in islamischen als auch in nicht-islamischen Ländern Unheil angerichtet haben. Wenn aus diesen Tatbegehungen etwas Positives hervorginge, dann liegt es in den Ermittlungsergebnisse, die viel über die Täter dieser Tatbegehungen aufgedeckt haben. Diesen Ergebnissen zufolge haben mehrere dieser Täter schon ein Strafregister (z.B. wegen Drogenmissbrauches oder Gewaltanwendung). In einem Fall kam es dazu, dass die italienische Polizei eine Menge Kokain in einer Wohnung, wo online IS-Propagandisten lebten, beschlagnahm. Im Fall der Nizza-Attacke war der Täter "Mohamed Bouhlel" auch psychologisch krank und hatte ein Strafregister. In Bezug auf den Zugsangriff von Würzburg ergibt sich aus den Hintergründen des Täters eine neue Vorstellung, wie einige dieser Jungen sich radikalisieren. Dieser kam aus Afghanistan nach Deutschland als unbegleiteter minderjähriger Flüchtling. Er lebte in mehreren Unterkünften, bevor er diesen Anschlag verübt hat und von der Polizei anschließend totgeschossen wurde. Wie sieht dann die psychologische Lage dieses jungen Menschen, der eine abertausende Kilometer Fluchtreise ohne irgendwelche Familienmitglieder nach Deutschland unternahm?
Bedürfte dieser junge Mensch -sowie auch die Gleichartigen - keiner psychologischen Behandlung, um die Verführung und Radikalisierung seitens der Extremisten zu vermeiden? Gab es keinen Weg, ihn und andere gleichartigen jungen Menschen von diesem schrecklichen Schicksal zu retten? Der Angriff von Ansbach hatte auch ähnliche Hintergründe. Der Täter war ein syrischer Asylbewerber, der zwei Anträge auf Asyl erfolglos vorlegte. Psychologisch war er nicht stabil. Die deutsche Regierung konnte ihn nicht abschieben, weil Syrien ein unsicherer Herkunftsstaat ist.
Davon ausgehend können die neuen Terroristen, die Gewalttaten im Namen des Islam in den europäischen Ländern verüben, in zwei Kategorien klassifiziert werden, nämlich
1. Täter mit Migrationshintergrund, die in armen Vierteln die am Rande der europäischen Gesellschaften leben, so dass man sie mit Gettos vergleichen kann. Dort herrschen auch hohe Kriminalitätsraten. "Molenbeek" in der belgischen Hauptstadt Brüssel bildet ein gutes Beispiel für solche Viertel, von dort kamen die Täter der Anschläge in Flughafen Brüssel im letzten März. Aus solchen Vierteln in Frankreich kam der Täter der Nizza-Attacke. Diese Täter haben meistens ein Strafregister und dann radikalisieren sie sich auf eine unerwartete Weise und verüben diese Gewalttaten. Schuldgefühl können diese Menschen haben, weil sie gegen ihre eigne Religion stoßen. Dieses Schuldgefühl können die Extremisten ausnutzen, um diese Menschen davon zu überzeugen, dass der beste (oder vielleicht der einzige) Weg zur Reue darin liegt, solche Gewalttaten gegen - ihrer Meinung nach - die Ungläubigen oder auch ihre Glaubensbrüder zu verüben.
2. Einige Flüchtlinge, die große Gefahren bei der Flucht erlebt haben, die ihre psychologische Gesundheit beeinträchtigt hat. Einige dieser Menschen flohen und verlassen nicht nur ihre Heimat hinter sich, sondern auch in mehreren Fällen ihre eigne Familien. In anderen Fällen kamen manche ihrer Familienmitglieder entweder bei der Flucht oder während des Kriegs in ihren Heimatsländern ums Leben. Beispiele für diese Kategorie sind der Täter des Zugangriffs in Würzburg und der Selbstmordattentäter von Ansbach, dessen Asylantrag zweimal von der Regierung abgelehnt wurde.
Wir begrüßen die humanistische Stellung, die einige Länder in Europa zur Frage der Flüchtlinge genommen haben. Gleichzeitig bittet der Al-Azhar Observer diese Länder darum den psychischen Gesundheitszustand dieser Flüchtlinge in Betracht zu ziehen, die große Traumata vor, während und auch nach ihrer Flucht erlitten haben. Wir bitten die Regierungen dieser Länder auch darum, die Viertel, in denen Menschen mit Migrationshintergrund leben, Aufmerksamkeit zu verleihen, so dass die Bewohner dieser Viertel sich nicht von der Gesellschaft isoliert fühlen. Die Extremisten mobileren solchen Menschen gegen diese europäischen Länder, wobei sie den Hass, die diese Menschen gegen ihre Herkunftsländer, aus denen sie flohen, und gegen die europäischen Länder, die sie isolieren, haben. Gegen Terrorismus und Extremismus zu kämpfen heißt es nicht nur, dass Waffen getragen und Schüsse abgegeben werden müssen. Es handelt sich in erster Linie um eine geistige Auseinandersetzung gegen die Antriebe, die diese Menschen dazu führen, sich zu radikalisieren und Gewalttaten zu verüben.
Die deutsche Abteilung - Al-Azhar Observer

 

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