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Einer der problematischen Hadithe.. „Frau bringt immer Unglück“

Einer der problematischen Hadithe.. „Frau bringt immer Unglück“

Das Verstehen der normativen Texte stellt eine der wichtigen Problematiken der Religionswissenschaften dar. Das trifft nicht nur den Islam, sondern auch alle anderen Schriftreligionen. Im Fall der islamischen Religion gehört die Sunna des Propheten zu den normativen Texten, die nach dem Koran als zweite Quelle für islamische Scharia gilt.

Sehr oft finden wir, dass die prophetischen Aussagen in den Erklärungen von IS zitiert werden, wobei sie die genauen Bedeutungen dieser Hadithe zu verdrehen pflegten. Diese Herangehensweise gilt als eine Instrumentalisierung der religiösen Texte. Aber nicht nur Is instrumentalisieren und verdrehen die Bedeutung der Texte, sondern auch diejenigen, die die Sunna und  ihre Autorität allgemein in Frage stellen möchten. Demnach wurde und werde immer noch einige Hadithe problematisiert, mit der Behauptung, dass sie widersprüchlich sind oder mit dem Koran, der Vernunft oder Historie in Widerspruch stehen.

Zu den problematisierten Hadithe gehört der folgende Hadith:

„Das Unglück befindet sich im Haus, in der Frau und im Pferd.“

Ausgehend von diesem und auch anderen Hadithen wurde dem Islam ein Vorwurf gemacht, dass Frau islamisch und in den muslimischen Gesellschaften schlecht behandelt, untergeschätzt und untergedrückt wird. Demnach wird der Islam als Hemmnis der Emanzipation der Frau dargestellt. Und weil die Gleichberechtigung zwischen Geschlechter heutzutage von großer Bedeutung ist, besonders in den säkularen Gesellschaften, wurde ein negatives Bild über die Frauen aufgrund bestimmter islamischer Texten gebildet.       

In diesem Zusammenhang ist es zu betonen, dass die Muslime andere Meinung diesbezüglich haben. Der Prophet hat immer die Frauen mehr Bedeutung beigemessen, indem er zum Beispiel sagte:

„Das Leben ist voller Genoss. Die rechtschaffene Frau ist das Beste in dieser Welt.“

Darüber hinaus finden wir auch im Koran einigen Versen, in denen die Frauen auf eine gleiche Stufe mit Männern erwähnt werden. Dazu gehört:

„Gewiß, muslimische Männer und muslimische Frauen, gläubige Männer und gläubige Frauen, ergebene Männer und ergebene Frauen, wahrhaftige Männer und wahrhaftige Frauen, standhafte Männer und standhafte Frauen, demütige Männer und demütige Frauen, Almosen gebende Männer und Almosen gebende Frauen, fastende Männer und fastende Frauen, Männer, die ihre Scham hüten und Frauen, die (ihre Scham) hüten, und Allahs viel gedenkende Männer und gedenkende Frauen - für (all) sie hat Allah Vergebung und großartigen Lohn bereitet.“ (Sure 33: Vers 35)

Stützend auf solche Versen und ähnliche Hadithe scheint der Versuch, sich auf einen oder einigen Texte zu konzentrieren, um ein negatives Bild über die Stellung der Frau im Islam zu bauen, ist sicherlich unwissenschaftlich und weist auf eine selektive Methode hin, die wir alle verurteilen. Die muslimeschen Gelehrten unterstreichen, dass das Interpretieren solcher problematischen Hadithen von der textuellen und kontextuellen Atmosphäre ausgehen soll. Deshalb sollen die Versionen dieses problematischen Hadithes und auch die Hadithe, die mit gleichem Thema in Berührung kommen, gesammelt werden. Das ist so, weil die Versionen und die  Hadithe in manchen Fällen einander interpretieren können.

 

Bei der Betrachtung der oben erwähnten problematisierten Hadith darf man nicht außer Acht lassen, dass der Prophet in anderen Hadithen von dem Omen abriet und setzte es mit Shirk (Beigesellen mit Allah andere Götter) gleich. Es ist ja aber wahr, dass einige Gelehrten das Verbot des Omens als allgemeine Gebote ist, während sie diesen zu erforschenden Hadith als Spezifizierung der Allgemeinheit dieser Gebote verstanden haben. Somit scheint das Omen immer unakzeptabel ist, außer wenn es mit den oben erwähnten drei Kategorien in Verbindung kommt.

Abgesehen von dieser konservativen Meinung bildete das Verstehen dieses zu erforschenden Hadith seit Zeit der Prophetengefährten eine umstrittene Frage dar, indem die Frau Aisha, Ehefrau des Propheten Muhammad, eine klare Stellungnahme dazu geäußert hat. Es wurde überliefert, dass sie sagte:

„…Bei dem, der den Koran auf Mohammad herabgesandt hat, hat der Prophet das nicht gesagt. Er sagt vielmehr: Die Leute der vorislamischen Zeit glauben daran(, dass das Unglück sich im Haus, in der Frau und im Pferd befindet).“

Daraufhin nahm Frau Aisha auf den folgenden Vers Bezug:

„Kein Unglück trifft ein auf der Erde oder bei euch selbst, ohne daß es in einem Buch (verzeichnet) wäre…“ (57: 22)

Demnach gibt es für diesen Hadith einen Kontext, mit dem er verbunden ist. Dabei geht es um eine Behauptung der bestimmten Gruppen, die vor Islam lebten. In diesem Zusammenhang ist es darauf hinzuweisen, dass die Frau Aisha den Hadith nicht ablehnte. Vielmehr gilt ihr Kommentar als einen Einschub in Hadith, der den scheinbaren Widerspruch mit anderen authentischen Hadith auflösen soll.

Az-Zarkashi unterstreicht das und sagte: „Einigen Gelehrten sind der Auffassung, dass die Version von Aisha dabei der Wahrheit näher ist, weil sie damit in Harmonie steht, dass der Prophet von Omen allgemein abgeraten hat…“

Darüber hinaus verstehen die anderen Gelehrten diesen problematischen Hadith im Rahmen der anderen Versionen, die von einer konditionalen Formulierung eingeleitet sind. Der Prophet sagte:

„Wenn das Unglück sich in etwas befinden sollte, dann hätte es sich in Haus, Frau und Pferd befindet.“

At-Tahawi kommentiert: Der Propheten möchte mit dieser Formulierung verneinen, dass das Unglück sich darin auf keinen Fall befinde.

Dabei fragt man sich, warum besonders diese drei in Erwähnung kommen. Um auf diese Frage zu antworten, können wir die Version, die die Frau Aisha überliefert hat, in Betracht nehmen. Dabei geht es um eine Behauptung, die vor Islam weit verbreitet war. Somit gilt der Aussage des Propheten als eine Entkräftigung dieser Behauptung.

Diese Interpretation, die oben angeführt ist, steht doch in Einklang mit den islamischen Texten, die die höhere Stellung der Frau im Islam darstellen. Andere Interpretationen gelten aber als Fehlinterpretationen, die sehr oft in Medien und in Öffentlichkeit sehr gern ausgestrahlt werden, um ein negatives Bild über Islam zu verbreiten und somit Angst vor Islam zu befestigen und zu vertiefen.

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