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Engel im Islam II
مدير بوابة الأزهر
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Engel im Islam II

Abdel Rahem, Mohammed

Ich komme jetzt zu den Eigenschaften der Engel, die Körperlichen oder sozusagen Schöpfungsbezogenen sowie die Sittlichen:

Die Engel sind, wie der Prophet Muhammad berichtet, aus Licht erschaffen, und haben dem koranischen Wortlaut entsprechend Flügel. Einige haben zwei Flügel, andere haben vier. Es gibt auch diejenigen, die drei haben. Gott lobt sich selbst im Koran, indem er sagt: "Gepriesen sei Gott, der Schöpfer der Himmel und der Erde, Der die Engel zu Boten machte mit zwei, drei und vier Flügeln! ER fügt der Schöpfung hinzu, was ER will. Gewiss, Gott ist über alles allmächtig" (35/1). Jede Gruppe Engel hat je nach der ihr von Gott vorgeschrieben Aufgabe bestimmte körperliche äußerliche Eigenschaften. Die Höllenwächter sind z.B. nach dem Wortlaut des Koran stark und streng "Ihr Gläubigen! Schützt euch und eure Angehörigen vor dem Höllenfeuer, dessen Brennstoff Menschen und Steine sind! Darüber herrschen harte und strenge Engel" (66/6). Zwar ist im Koran von den Eigenschaften der Paradiesengel keine Rede, doch kann man davon ausgehen, dass sie nicht brauchen, streng und gewaltig zu sein. Solange das Paradies das Haus der wohltätigen Menschen ist, müssen die sich darin befindenden Engel im Vergleich zu den Höllenwächter gegenteilige äußerliche Form und Gestalt haben. Das kann man auch aus den Namen beider Gruppen schlussfolgern. Al-Radwan ist der Name des Paradiesengels und ist von der arabischen Wurzel "radiya" abgeleitet und bedeutet "mit etwas zufrieden sein". Hingegen nennt der Koran die Höllenwächter "zabaniya". Der Begriff kommt aus dem arabischen Wort "zabana". Das heißt "stark schieben". Schließlich kann man sagen, dass jeder Engel bzw. jede Engelgruppe Name und Eigenschaften trägt, die, wie gesagt, mit ihren Aufgaben in Einklang sind.

Traditionell sind die Engel in der Vorstellung der Menschen ein gutes Beispiel der Schönheit. Der Koran erzählt seinerseits im Zusammenhang der Geschichte Joseph, wie die Frauen diesen Propheten als sehr schön wie die Engel bezeichneten: „Allâh bewahre! Das ist kein Mensch, das ist nichts als ein edler Engel.” (Yûsuf:31). Zu den Eigenschaften der Engel lehrt der Islam noch, dass sie weder als männlich noch als weiblich beschrieben werden dürfen. Der Koran weist die Behauptungen der zur Zeit des Propheten Muhammad lebenden Atheisten zurück, dass die Engel weibliche Geschöpfe sind. Es wurde auch berichtet, dass die Juden, die damals viele Streitfragen mit dem Prophet Muhammad diskutierten, die Engel als Töchter Gottes bezeichneten. Der Koran verneint in vielen Versen nachdrücklich die Richtigkeit dieser Aussagen: " Hat denn euer Herr euch mit Söhnen bevorzugt und für Sich Selbst Töchter unter den Engeln genommen? Ihr erlaubt euch ein gewaltiges Wort." (17/40), Anderer Vers lautet: " Die Engel, die die Diener des Barmherzigen sind, machen sie zu weiblichen Wesen. Haben sie etwa zugesehen, als sie erschaffen wurden? Ihre Aussagen werden aufgeschrieben, und sie werden sich dafür verantworten." In Anlehnung an diese und ähnliche Verse lehrt der Islam, dass man den Engel weder als weibliche noch als männliche Schöpfung bezeichnen darf. Zwar lehnt die Verse nur die erste Eigenschaft ab, doch stellt der Koran eine entscheidende Frage, ob die Menschen das Erschaffen der Engel gesehen hatten. D.h. Gott erschuf die Engel auf eine Art und Weise und in einer Form bzw. einem Gestalt, wovon die Menschen keine Ahnung haben.

Die muslimischen Gelehrten sind darüber eins, dass die Engel nicht essen nicht trinken. Sie haben diese Meinung aus einer koranischen Geschichte geschlussfolgert. Der Koran erzählt, dass einige Engel in Gestalt von Menschen den Prophet Abraham besuchten. Abraham legte ihnen Essen vor. Ihre Hände streckten sich aber nach dem essen nicht aus. Abraham begriff dabei, dass sie Engel sind.

Der Koran betont auch, dass die Engel den Menschen in der eignen, echten Form nicht erscheinen, sondern nur in Menschengestalt. Mit anderen Worten, die Menschen können sie mit ihren Sehkraft nicht erfassen. Die Atheisten verlangten vom Propheten Muhammad als Zeichen seiner Wahrhaftigkeit, dass Gott ihnen einen Engel als Boten schickt. Die koranische Antwort lautet: "Wenn Wir den Engel entsandt hätten, hätten WIR ihm ebenfalls (die Gestalt) eines Menschen gegeben, so wären sie in der gleichen Verwirrung, der sie sich jetzt aussetzen." (6/9). Wirklich sind die Engel für den Menschen nicht sichtbar. Die Natur beider Geschöpfe hindert das gänzlich. Die Engel sind aus Licht erschaffen, und die Menschen können das Licht mit ihren bloßen Augen nicht sehen. Sie sehen im Licht aber nicht das Licht, sonst könnten wir mit unseren Augen zwischen den verschiedenen Arten der Strahlen unterscheiden. Daher verleiht Gott den Engel ein Menschenbild, wenn er sie zu einem Menschen schicken wollte. Über Maria erzählt der Koran: "und Wir schickten ihr Unseren Geist (Gabriel), und er erschien ihr in der Gestalt eines vollkommenen Menschen" (19/17).

 

Zu den Eigenschaften der Engel gehört auch, dass sie sich übernatürlich sehr schnell von einem ort zum anderen bewegen können. Man liest in der islamischen Tradition, dass der Prophet Muhammad manchmal nach etwas gefragt wurde und gleichzeitig darauf die Antwort von Gabriel bekam. Aus anderen Geschichten anderer Propheten schließt man auch das gleiche. Diese Schnelligkeit kann man auch aus der folgenden Geschichte ziehen: Einmal besuchte der Todesegel Asrael den Propheten Salomon und fand bei ihm einen Mann. Asrael sprach mit Salamon und blickte gleichzeitig erstaunt auf dem Mann da. Nachdem der Engel wegging, fragte der Mann den Propheten Salamon über ihn. Dieser antwortete, dass der Besucher der Todesengel war. Der Mann erschrak und bat Salamon: „Befiehl dem Wind, o gütiger Salomo, dass er mich von hier nach Indien bringe, weit weg, damit der Todesengel mich hier nicht finden mag." Salomo befiehlt dem Wind, ihn rasch ins tiefste Indien zu tragen, über Land und Meer.

Am nächsten Tag kam Asrael zu Salomo. Salomo befragt ihn, warum er am vorigen Tag den Mann bei ihm erstaunt angeschaut hat? " Er spricht: „Ich war verwundert, ihn hier zu sehen, in deiner Stadt, denn gerade hatte Gott mir befohlen, ihn in Indien zu holen."

D.h. der Engel musste in sehr kurzer Zeit von Syrien, wo der Prophet Salamon lebte, nach Indien fliegen. Das darf man nicht ablehnen, weil wir über andere Welt sprechen, die ihre eigne Natur und ihre eigenen Maßstäbe hat. Mit unseren Normen und Wertbestimmungen können wir auch nur unsere menschlichen Angelegenheiten messen.

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