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Al-Azhar Observatorium startet eine neue Medienkampagne gegen Angriffe auf Gottesdienststätten

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Sunday, 1 July, 2018
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Kommentar zur offiziellen Erklärung der al-Azhar gegen sexuelle Belästigung (August 2018)
Anonym

Kommentar zur offiziellen Erklärung der al-Azhar gegen sexuelle Belästigung (August 2018)

Al-Azhar, die wichtigste Institution des sunnitischen Islam, die zur höchsten Autorität der Mehrheit der Muslime in der ganzen Welt zu betrachten ist, gibt im August 2018 eine Erklärung gegen die sexuelle Belästigung ab. Viele Berichte bezeichnen diese Erklärung als die erste ernsthafte Reaktion gegen die sexuelle Belästigung seitens einer religiösen islamischen Institution. Der Ausgangspunkt der Erklärung sind  die zunehmenden Belästigungsfälle gegen die Frauen in Ägypten, wovon die Massenmedien vor allem die Sozialnetzwerke berichtet haben. In einigen Fällen hat sich die Lage verschärft, so dass der Belästiger diejenigen, die sich ihm davon abzuraten versuchten, angreifen wollte. Der Ton, den al-Azhar in der Erklärung benutzt hat, ist von religiösen, rationalen und emotionalen Sprache geprägt. Obwohl der kontextuelle geographische Hintergrund der regionalen Belästigungsfälle in der Erklärung nicht zu übersehen ist, betont die Erklärung, dass die sexuelle Belästigung ungerechtfertigt, absolut verboten und islamisch rechtswidrig ist.

Mit dieser Betonung kämpft al-Azhar gegen alle Behauptungen, die diesem Verbrechen möglicherweise rechtfertigen. Früher wurde gesagt, dass die Kleidung und das Verhalten der Frauen dazu führen können, sie von den Jugenden belästigt zu werden. Deshalb werde jede Frau, die z.B. mit kurzem Rock o. ä. in die Öffentlichkeit läuft, angeblich sehr oft von den Männern belästigt. In diesem Punkt wurde al-Azhar von einigen Lesern kritisiert, weil er in der Erklärung zur verführerischen Kleidungsmode und Enthüllung sowie Entschleierung keine klare Stellung genommen hat. Diese Kritik ist aber merkwürdig, weil al-Azhar eine sunnitisch-islamische Institution ist, die von den allgemeingültigen islamischen Regeln nicht abweichen darf. Islamische Kleidungsordnung bestreitet al-Azhar nie. Diejenigen, die diese Kritik ausüben, verstehen aber nicht die Sprache der offiziellen Erklärungen, in denen die offizielle Stellungnahme zu  einer Tatsache kodifiziert wird. Hier behandelt die Erklärung die sexuelle Belästigung, und nicht die islamische Kleidungsordnung für Frauen.

Al-Azhar geht beim Verbieten der sexuellen Belästigung davon aus, dass diese die Würde und die Freiheit der Frauen verletzt. Darüber hinaus unterstreicht er die hochgeschätzte Stelle, die die Frauen in allen Gesellschaften genießen sollen. Wenn die Frauen in einer Gesellschaft hoch geschätzt und geschützt werden, signalisiert das, dass diese Gesellschaft nach der Vorstellung von al-Azhar hochkultiviert und fein ist.    

Der Lob, die die Erklärung sowohl regional als auch international gefunden hat, geht m.E. auf zwei wichtigen Faktoren zurück:

  • Das Thema der Erklärung ist sehr aktuell und gefragt sowohl auf der regionalen als auch internationalen Ebene.  Fast alle Gesellschaften sind von dieser Herausforderung konfrontiert. Niemand bestreitet die Wichtigkeit des Themas, weil alle Bürger in fast allen Gesellschaften, egal ob sie Väter, Mütter, Söhne, Töchter, Brüder seien, leiden bedauerlicherweise darunter und fühlen sich bedroht.
  • Al-Azhar begnügt sich nicht damit, die sexuelle Belästigung zu verurteilen und als strikt verboten zu erklären, sondern richtet die Institution am Ende der Erklärung einen Appell an die Öffentlichkeit, in dem sie ihre Vorstellung über die Bekämpfungen der sexuellen Belästigung zusammengefasst hat: juristische und pädagogische Maßnahmen. Einerseits sollen die juristischen Paragraphen, die gegen sexuelle Belästigung abgeschlossen waren, in Kraft gesetzt werden. Wer gegen sie verstößt, muss bestraft werden, abgesehen von seiner gesellschaftlichen Schicht oder seiner Position. Andererseits sollen die zuständigen Institutionen sich dafür einsetzen, in den Gesellschaften eine kollektive Meinung gegen sexuelle Belästigung durch mediale Sendungen und Kampagnen bilden. Somit betont al-Azhar die Rolle der Rechtsleute, Polizisten und medialen Fachleute, um die sexuelle Belästigung zu bekämpfen. Darüber hinaus kritisiert al-Azhar die Medieninhalte, vor allem die die Kinofilme, welche die sexuelle Belästigung direkt oder indirekt schönfärben und zu ihrer Verbreitung irgendwie beitragen.

Mit dieser Erklärung stellt sich al-Azhar als eine Beratungsinstitution, die sich mit den sozialen Phänomenen beschäftigt und für die Bekämpfung der sozialen Krankheiten eine Heiligungsstrategie zeichnen kann und darf. Bei der Bekämpfung der sexuellen Belästigung ist von großer Bedeutung, dass alle Institutionen ihre Aufgaben erfüllen und zusammen in Harmonie arbeiten.

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